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Die erste Nagelprobe in Le Mans

Le Mans, 02. Mai 1999

Alle vier Audi qualifiziert
Eigenmächtige Tür beim Audi R8C
Keine Probleme für die offenen Audi R8R
Emanuele Pirro schnellster Audi-Pilot
Audi hat die erste Hürde der 24 Stunden von Le Mans erfolgreich gemeistert: die Vorqualifikation.
Nur die schnellsten der 48 Autos, die sich am 2. Mai dieser Herausforderung stellten, dürfen überhaupt zur technischen Abnahme am 7. Juni auf dem Place de Jacobins im Ortszentrum von Le Mans erscheinen.
Von "den Schnellsten" zu sprechen, war in diesem Jahr jedoch relativ, denn weil einige der eingeladenen Autos wegen mangelnder Erfolgsaussichten erst gar nicht erschienen waren, wurden ganze vier Fahrzeuge aussortiert, davon nur eines in der Klasse LM-P und LM-GTP, in der auch die vier Audi antraten. Erwischt hat es einen französischen WR-Peugeot.
Auch wenn die Vorqualifikation unter diesen Umständen für die Werkswagen keine wirkliche Hürde darstellte, mußte Audi zittern: Wegen eines Problems konnte der Audi R8C in der zweiten Gruppe erst wenige Minuten vor Ende der sechsstündigen Session auf Zeitenjagd gehen. Was war geschehen? Der Audi mit der Startnummer 10 verlor eine Tür, nachdem Andy Wallace gerade die erste gezeitete, aber noch zu langsame, Runde gefahren hatte. Obwohl sich dieses Mißgeschick bereits beim ersten Roll-out des geschlossenen R8 in Snetterton ereignet hatte, hatte Audi Sport UK keine Ersatztür im Gepäck, und so mußte in mühevoller und zeitraubender Arbeit die alte Tür so fixiert werden, daß sie Geschwindigkeiten von deutlich über 300 km/h standhält. Erst vier Minuten vor Schluß um 20.30 Uhr gelang es Andy Wallace, das silberne Coupé zu qualifizieren.
Im nachhinein war die Aufregung, die Minuten vor Trainingsende in der Audi-Box herrschte, jedoch unbegründet, denn weil BMW die Nennung eines ihrer drei qualifizierten V12-LMR zurückzog, wurde automatisch ein Platz für einen langsameren Bewerber frei. Profitiert hat davon schließlich jener Autoexe aus Japan, der noch von Wallace verdrängt worden war.

Die anderen Audi hatten weniger Probleme. In der ersten Gruppe fuhr Rinaldo Capello mit dem R8R, den er sich mit Michele Alboreto teilte, gar die drittschnellste Zeit (3:37,509). Der R8C von Johansson/Theys/Ortelli war mit 3:43,786 Minuten schon deutlich langsamer und rangierte auf Platz 10. Die geschlossene Variante des R8 benötigt also noch einige Entwicklungsarbeit, auch wenn die Türen dort bleiben, wo sie hingehören.

Als am Nachmittag um 14.30 Uhr die Strecke für die zweite Gruppe freigegeben wurde, war Emanuele Pirro einer der ersten, die die 13,605 km des Circuit de la Sarthe unter die Räder nahmen. Prompt qualifizierte Emanuele den Audi R8R, kam zurück an die Box und überließ das Steuer fürs erste Frank Biela. Gegen Abend nahm Emanuele Pirro wieder im Auto Platz und drehte mit 3:36,390 Minuten die schnellste Zeit aller Audi-Piloten.

Gregor Schulz

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