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Audi stoppt sein STW-Engagement

 

Ingolstadt, 12. November 1998

Keine Audi Tourenwagen 1999
Konzentrieren auf Le Mans
Michele Alboreto neu im Team
1999 wird es keine Werks-Audi in der STW-Meisterschaft mehr geben. Heute ließ die Audi AG verlauten, daß man sich 1999 völlig auf den Einsatz des R8 beim 24 Stunden Rennen von Le Mans konzentrieren werde.
Weil vor Audi bereits BMW; Peugeot und Nissan ihren Ausstieg angekündigt hatten, ist die Zukunft der deutschen Supertourenwagen-Meisterschaft nun sehr ungewiß. Es scheint fraglich, ob sich 1999 genug Autos finden werden, um ein ernsthaftes Championat auf die Beine zu stellen.
Emanuele Pirro bedauert dies sehr. Immerhin war er 1996 Meister der Serie. "Dies ist sehr schade, und mir tun alle Beteiligten sehr leid. Es ist schlecht für die Meisterschaft, daß so viele Hersteller auf einmal aussteigen. Aber man muß dies verstehen. Schließlich hat jeder seine eigenen echten Gründe dafür. Niemand ist ausgestiegen, weil die STW eine schlechte Serie wäre", erklärt der Römer.
Echte Auswirkungen wird der Audi-Rückzug für ihn aber nicht haben. Schon vor einigen Wochen hatte Emanuele darum gebeten, nicht mehr Tourenwagen fahren zu müssen, ganz unabhängig von der Entscheidung, die die Audi-Verantwortlichen treffen würden. Er möchte sich ausschließlich um den Einsatz des Rennsportwagens R8 kümmern. "Die Entwicklungsarbeit ist sehr interessant und macht mir sehr viel Spaß. Deshalb hatte ich schon vor einiger Zeit angefragt, ob ich mich ganz darauf konzentrieren könne", erklärt er und fügt hinzu: "Außerdem fahre ich gerne schnelle Autos."
Für Emanuele Pirro sind die Weichen für 1999 also gestellt. In der ersten Jahreshälfte wird er nur ein einziges Rennen fahren - eben den französischen Langstrecken-Klassiker.
Wie es danach genau weitergeht, ist noch ungewiß. Fest steht allerdings, daß der R8 auch bei anderen Rennen eingesetzt werden soll.

Und was sagt Emanuele zu seinem neuen Teamkollegen Michele Alboreto? Der 42jährige unterschrieb bei Audi für Le Mans. "Ich glaube, daß seine Verpflichtung ein guter Schachzug gewesen ist. Er ist ein sehr erfahrener Fahrer, und wie ich gehört habe, auch ein guter Testfahrer", sagt er über seinen italienischen Landsmann, den er noch aus Formel-1-Zeiten kennt.

Gregor Schulz

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