Return, Menue  PS Gefluester

 
Ende einer Durststrecke
 

Salzburgring, 30. August 1998

Emanuele Pirro auf Platz 2
2. Platz im freien Training, 9. im Qualifying
Reifenschaden bei Opel
Riesenfreude über den ersten Podestplatz in 1998
Der VW-Chef zu Gast
Frohen Mutes Richtung Oschersleben
 

Was lange währt, wird endlich gut. Diese ebenso alte wie oft zitierte Volksweisheit trifft einmal mehr auf Emanuele Pirros gutes Abschneiden auf dem Salzburgring zu.

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Nach einer Saison der Enttäuschungen und Entbehrungen, die geprägt war von technischen Defekten und Unfällen, konnte der Römer beim einzigen Auslandsrennen der deutschen STW-Meisterschaft an die erfolgreichen alten Zeiten anknüpfen und den zweiten Platz belegen. Obwohl er bei Tests auf dem Nürburgring Schnellster gewesen war, war Emanuele vor dem Salzburgring gar nicht so optimistisch gewesen, denn auf dem schnellen Salzburgring, auf dem es auf Windschatten ankommt, erwartete er aerodynamische Nachteile.

Deshalb hoffte Emanuele auf Regen, weil im Nassen die Aerodynamik weniger entscheidend ist, und sein zweiter Platz im verregneten freien Training am Samstag morgen schien ihm Recht zu geben. Im Qualifying lief es dann nicht ganz so gut, und Emanuele mußte sich mit Startplatz 9 zufriedengeben.

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Die enttäuschende Startposition war darauf zurückzuführen, daß er während seiner schnellen Runde von zwei anderen Autos aufgehalten worden war, die nebeneinander durch die Fahrerlagerkurve fuhren. Weil die weichen Reifen nur für eine schnelle Runde taugen, versuchte Emanuele auf harten Rennreifen zu retten, was noch zu retten war - mit bekanntem Ergebnis.
Den Sprint konnte Emanuele auf dem 7. Platz beenden und somit seine Ausgangsposition für das Rennen etwas verbessern. In der Startaufstellung stand sein Teamkollege Christian Abt nicht mehr genau vor ihm, wie es vor dem Sprint der Fall gewesen war, sondern gar auf Startplatz 4.
Als die Ampel auf Grün schaltete, erwischte Emanuele den besseren Start und reihte sich als Vierter hinter dem Peugeot von Laurent Aiello und den Opel von Manuel Reuter und Uwe Alzen in der neuen Schikane nach der Start-und-Ziel-Geraden ein. Christian Abt war dicht dahinter. In der sechsten Runde kam es zu einem unangenehmen Zwischenfall zwischen Abt und Pirro. Der Römer wollte seinen in der Meisterschaft besser plazierten Teamkollegen vorbeilassen und sagte ihm über Sprechfunk wann und wo. Doch offensichtlich verstanden sich die beiden falsch und Abt setzte zum Überholen an, als Pirro es nicht erwartet hatte. Der Römer blieb auf seiner Linie und zwang den Allgäuer somit aufs Gras und in die Leitplanken.

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Im letzten Drittel des Rennens profitierte Emanuele von Reifenschäden der beiden vor ihm liegenden Opel-Fahrer. In Runde 17 mußte Uwe Alzen mit einem kaputten linken Vorderreifen an die Box und nur eine Runde später auch sein Markenkollege Manuel Reuter. Der somit um zwei Plätze nach vorn gespülte Emanuele Pirro verteidigte seine Position erfolgreich gegen die Angriffe des Peugeot von Michael Bartels. "Normalerweise hätte ich versucht, Aiello noch einzuholen, aber wegen des bisherigen Saisonverlaufs wollte ich meinen zweiten Platz nicht aufs Spiel setzen", sagte Emanuele später.
Als er mit dem Auto zur Siegerehrung vorfuhr, war die Freude im Audi-Lager natürlich groß und auch der unangenehme Zwischenfall zwischen Pirro und Abt konnte sie nicht trüben. "Nach dem Rennen hatte ich das Gefühl, daß mehr Leute mir für meinen zweiten Platz gratuliert haben als Laurent für den Sieg", freute sich Emanuele.
Es war der erste Podestplatz von Emanuele Pirro und der Ingolstädter Marke seit über einem Jahr.
 
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1997 hatte in Zweibrücken letztmals ein Audianer auf dem Podium gestanden. Damals wie heute war es Emanuele Pirro, nur mit dem kleinen Unterschied, daß es im letzten Jahr sogar ein Sieg gewesen war. Bei diesem Erfolg hatte Pirro das letzte Mal einen Audi Quattro gefahren, denn seit dem Rennen auf dem Salzburgring im letzten Jahr startet der Römer auf dem A4 mit Frontantrieb. Der zweite Platz genau ein Jahr später ist ein gutes Zeichen dafür, daß man bei Audi in die richtige Richtung entwickelt hat. Auch wenn der Erfolg lange auf sich warten ließ.

Über das Abschneiden der Marke mit den vier Ringen wird sich einer der 31.500 Zuschauer ganz besonders gefreut haben: Ferdinand Piëch. Der Chef des VW-Konzerns besuchte zum ersten Mal ein STW-Rennen. Die Rennatmosphäre mag den Österreicher an seine Vergangenheit erinnert haben. In den späten 1960er Jahren war Piëch Rennsportchef bei Porsche.

Nach diesem ermutigenden Resultat schauen Emanuele und das Audi-Team natürlich mit einer gesunden Portion Optimismus in Richtung Oschersleben und Nürburgring. Für die beiden letzten Saisonrennen hatte sich der Römer von vornherein bessere Chancen ausgerechnet als für den ultraschnellen Salzburgring. Und jetzt, da es schon hier so gut gelaufen ist, darf man erst recht gespannt sein.

Gregor Schulz

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