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- Das
Festival des Earl of March
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- Goodwood, 14.
Juni 1998
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- 16 Zylinder
im Rücken
- So viel
Geschichte an einem Fleck...
- Unterstützung
von Frank Biela
- Fast noch
ein Neuwagen
- Michele
Mouton im Audi Quattro
- "Einen
Silberpfeil zu fahren, ist immer gut,
egal bei welchem Wetter." - Das
dachte sich Emanuele Pirro, als er im
Auto Union C-Typ die rund zwei Kilometer
lange Bergrennstrecke im Park von
Goodwood House hinauffuhr. Am Samstag des
Festival of Speed regnete es
nahezu ununterbrochen, und Emanuele hatte
alle Hände voll zu tun, um den V16 mit
seinen 6,1-Litern Hubraum auf der nassen
Fahrbahn zu kontrollieren. Trotzdem
genoß er die Fahrt. Im letzten Jahr
hatte er ja bereits auf dem Nürburgring
Gelegenheit gehabt, die fast schon
furchteinflößenden Silberpfeile der
Auto Union zu bewegen.
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- Die Technik
von einst beeindruckt Oldtimer-Fan
Emanuele Pirro immer wieder aufs neue.
"Das Fahrverhalten ist
einmalig", freute er sich später
über den Grand-Prix-Wagen mit
Mittelmotor, der seinem Fahrer auch auf
wenigen Kilometern alles abverlangt.
"Du fühlst erst sehr spät, wenn
das Heck ausbricht, weil du soweit vorne
sitzt" schilderte Emanuele seine
Fahrt. Tatsächlich sitzt man in keinem
anderen Grand-Prix-Wagen - ganz gleich
welcher Epoche - so weit vorne, wie im
von Ferdinand Porsche konstruierten Auto
Union. Die Pedale befinden sich schon
zwischen den Vorderrädern. Emanuele
dazu: "Es ist ein eigenartiges
Gefühl, so gut wie nichts vor sich zu
haben."
- Am meisten
taten Emanuele die Zuschauer leid, die zu
Zehntausenden links und rechts der
Strecke ausharrten, um einige der besten
und erfolgreichsten Rennwagen aller
Zeiten vorbeifahren zu sehen. "Ich
hätte niemals erwartet, so viel
Rennsportgeschichte auf einem Haufen
versammelt zu sehen", freute sich
Emanuele Pirro, nachdem er zwischen den
Porsche, Lotus, Ferrari, Maserati und wie
sie alle heißen, umhergewandelt war.
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- Der Wunsch
der Fahrer und der Besucher nach besserem
Wetter wurde am Sonntag erfüllt: Die
Sonne schien, was freilich nichts daran
änderte, daß die Wiesen rund um
Goodwood House nur noch große braune
Flächen waren.
- Audi hat -
wie viele andere große Firmen - das
populäre Festival im Süden Englands vor
einigen Jahren als perfektes Forum
entdeckt, um die eigene Geschichte zu
präsentieren. Außer Emanuele Pirro war
auch sein Teamkollege Frank Biela dort,
um einen Auto Union D-Typ zu fahren, das
zwölfzylindrige Nachfolgemodell von
'Emanueles' V16.
 
- Auch Frank
Biela war über den 60jährigen Veteranen
begeistert. Er hatte hier erstmals die
Chance, sich mit einem solchen Wagen zu
versuchen und war erstaunt darüber, wie
gut schon damals alles funktionierte.
- Beim Auto,
das Emanuele fuhr, handelte es sich
sozusagen um einen Neuwagen. Weil nur ein
einziges Exemplar des C-Typ bis heute
überlebt hat (es gehört dem Deutschen
Museum in München), entschloß sich
Audi, einige Exemplare bis ins Detail
nachzubauen, um der heutigen Generation
diese bis 1937 verwendeten
Grand-Prix-Wagen zu präsentieren.

CROSTHWAITE
& GARDINER LTD
- Der Wagen in
Goodwood ist das erste Exemplar dieser
Serie. Für den Bau ist die britische
Firma Crosthwaite & Gardiner zuständig, eine
der ersten Adressen, wenn es um
Silberpfeile geht. Alle noch
existierenden Auto Union (außer dem
Münchner Exemplar) sind dort restauriert
worden.
- Dritte im
Bunde der Audi-Piloten war die Französin
Michele Mouton. Die Zweite der
Rallye-Weltmeisterschaft 1982 hatte im
Gegensatz zu ihren männlichen
Markenkollegen das Privileg, mit ihrem
alten Arbeitsgerät an den Start gehen zu
können: einem Audi Quattro S1 aus 1985.
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- Mit dem 520
PS starken Allradler fuhr sie in 56
Sekunden den Berg hinauf, denn noch etwas
unterschied sie von Pirro und Biela:
Michele fuhr auf Zeit, während die
Auto-Union-Piloten nur zur Show unterwegs
waren. Daß sie schnellste Frau des
Wochenendes wurde, löste keine
Verwunderung aus.
- Die
abschließenden Worte von Emanuele Pirro
zeigen, daß das Festival of Speed
in Goodwood eine ganz besondere
Veranstaltung ist: "Ich kann kaum
erwarten, im nächsten Jahr
wiederzukommen!"
- Gregor
Schulz
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