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1000 Meilen in 48
Stunden
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- Brescia, 17.
Mai 1998
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- Emanuele
Pirro bei der Mille Miglia
- Familienausflug
mit drei Ferrari
- Nicht
schlecht: Platz 47 von 370
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- Spätestens
vier Tage nach dem STW-Wochenende auf dem
Nürburgring hatte Emanuele Pirro die
frustrierenden Ereignisse (ein schlechtes
Setup und ein Leck im Kühler) vergessen:
Er fuhr inmitten der schönsten Rennwagen
der Jahre 1927 bis 1957 durch sein
Heimatland und saß selbst am Steuer
eines Ferrari 375MM aus 1954. Mit anderen
Worten: Emanuele Pirro fuhr die Mille
Miglia, oft bezeichnet als das schönste
Autorennen der Welt.

- Die Mille
Miglia (was zu deutsch nichts anderes als
1000 Meilen bedeutet) wurde von 1927 bis
1957 als modernes Autorennen ausgetragen
und hatte zuletzt sogar den Status eines
Weltmeisterschaftslaufs, bevor die
italienische Regierung dem Treiben auf
öffentlichen Straßen nach einem Unfall,
der mehreren Zuschauern das Leben
gekostet hatte, ein Ende setzte.
- Als 1977 die
Wiederbelebung als historisches Rennen
mit einer Gleichmäßigkeitswertung
erfolgte, dauerte es nicht lange, bis
sich die Veranstaltung zur Speerspitze
aller historischen Autorennen mauserte.
- Auch nach
über 20 Jahren steht die historische
Mille Miglia ganz hoch in der Gunst der
Freunde von altem Renngerät - ganz egal,
ob es sich um Besitzer, Fahrer oder Fans
handelt.

- Emanuele
Pirro hatte in diesem Jahr zum zweiten
Mal nach 1996 Gelegenheit, an der Mille
Miglia teilzunehmen, die ihn vom 14. Mai
an von Brescia am Gardesee bis in seine
Heimatstadt Rom und wieder zurück nach
Brescia führte. Das Ziel erreichten
diejenigen der 370 Teilnehmer, deren
Autos die 1000 Meilen bewältigt hatte,
am 16. Mai ab 20.40 Uhr.


- Emanuele
Pirro hatten die Startnummer 341 und
rollte - übrigens mit Gattin Marléne
auf dem Beifahrersitz - als einer der
letzten am Donnerstagabend über die
Startrampe.
- Wenige
Minuten später jagte der Ferrari
Richtung Ferrara durch die Nacht davon,
die Straßen beidseitig gesäumt von
Tausenden von Zuschauern. Die
Startprozedur war begleitet von
strömendem Regen, wie er für die Mille
Miglia ebenso typisch ist wie die
enthusiastischen Tifosi.
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- Glücklicherweise
blieb der Regenschauer während des
Starts die einzige stärkere Dusche, die
1998 über den Teilnehmern niederging.
Ganz besonders begrüßt haben dies
natürlich alle, die mit einem offenen
Auto unterwegs waren, so auch Emanuele
Pirro. Schließlich entbehrte auch sein
Ferrari 375MM jeglichen Regenschutzes
nach oben.
- Über die
Fahrt nach Rom und zurück sagte Emanuele
Pirro nur eines: "Es war
großartig."
 
- Fast die
ganze Zeit fuhr er zusammen mit zwei
anderen Ferrari, die von den Briten Kevin
Jones und Gary Pearson gesteuert wurden;
und dies war keineswegs rein zufällig:
Auf dem Beifahrersitz von Rennprofi Gary
Pearson saß Formel 1-Fotograf Rainer W.
Schlegelmilch, der die Mille Miglia im
ganzen und die Fahrt des Römers im
besonderen auf Zelluloid dokumentierte.

- Mit Kevin
Jones im Auto saß Emanueles Vater, der
die Fahrt im Windschatten seine Sohnes
genoß, und der die Mille Miglia zu einer
Art Familienausflug werden ließ.
- Wie bereits
erwähnt, handelt es sich bei der Mille
Miglia nicht mehr um ein echtes Rennen,
sondern um eine
Gleichmäßigkeitsprüfung, das heißt,
daß man eine bestimmte Strecke in einer
vorgeschriebenen Zeit zurücklegen muß.
Je näher man dieser Sollzeit kommt,
desto mehr Punkte kassiert man dafür,
bis hin zu einer Maximalpunktzahl für
den Fall, daß man den Meßschlauch in
der exakt richtigen Tausendstel-Sekunde
überfährt. Wer am Ende (natürlich sind
mehrere Zeitnahmen über die ganze
Strecke verteilt) die meisten Punkte auf
seinem Konto hat, ist Sieger.
- Daß es in
der Mille Miglia um Gleichmäßigkeit
geht, bedeutet natürlich nicht
automatisch, daß man nicht auch schnell
fahren kann. Manchmal ist es sogar
notwendig, und erwünscht ist es vom
Publikum sowieso zu jeder Zeit.
- Eine
Notwendigkeit ist die zügige Gangart
immer dann, wenn man im Zeitplan etwas
hinterherhinkt. Auch Emanuele und
Marléne Pirro mußten einmal
feststellen, daß sie etwas Zeit verloren
hatten und sich sputen mußten, was
Emanuele natürlich nur recht war.
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- Und wie hat
der Ferrari 375MM mit der Startnummer
341, hinter dem im Programmheft
Pirro-Pirro stand, nun abgeschnitten? In
Rom lag er auf dem 27. Platz, am Ziel in
Brescia war er 47. - eigentlich kein
schlechtes Ergebnis, wenn man bedenkt,
daß sich immerhin 370 Teams auf den Weg
gemacht hatten.
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- Die
Gelegenheit, einen historischen Rennwagen
zu fahren, hat Emanuele Pirro übrigens
schon bald wieder: In Audi-Diensten soll
er einen Auto Union Grand Prix-Wagen der
Vorkriegszeit im Rahmen des Goodwood
Festival of Speed in England fahren. Dies
ist am 13. und 14. Juni 1998.

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- Sportlich
betätigen tut sich Emanuele schon wieder
am 18. Mai: In Imola spielt er Fußball
in einer Mannschaft aktiver und
ehemaliger Formel 1-Piloten und
Motorrad-GP-Stars. Darunter sind u.a.
Ricardo Patrese, Max Biaggi und Michael
Schumacher. Gespielt wird gegen eine
Auswahl von italienischen Sängern, unter
ihnen Eros Ramazzoti.
Gregor
Schulz
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