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Ein Wochenende zum Vergessen
 
Nürburgring, 10. Mai 1998
 
Ein Kühlerleck legt den Audi lahm
Wenigstens die Rundenzeiten waren o.k.
 

Das 60. Eifelrennen auf dem Nürburgring wurde für Emanuele Pirro zu einem Wochenende zum Vergessen. Wie sich während der Trainingssitzungen und im Qualifying schon abgezeichnet hatte, waren Emanueles (nach den Testfahrten durchaus berechtigten) optimistischen Prognosen in weite Ferne gerückt.

Im Warm-Up am Sonntagmorgen hatte sich das Auto zwar wieder etwas besser angefühlt als am Vortag, doch so richtig perfekt war es natürlich nicht. Ein 11. Platz im Warm-Up entsprach Emanueles Startposition.

Woran liegt es? - Emanuele Pirro und seine Ingenieure versucht am Computer, die Gründe für die schlechten Rundenzeiten zu eruieren. Wenigstens die Farben des Audi A4 harmonieren perfekt mit der Strecke.

Als der Sprint gestartet wurde, kam der Römer schlecht weg und verlor gleich mehrere Positionen . Als 15. reihte er sich ins Castrol-S ein. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt passierte es: Irgend etwas durchschlug den Kühler, aus dem fortan Wasser auf eines der Vorderräder spritzte. "Zuerst dachte ich, ich hätte einen Plattfuß", erklärte Emanuele später. Und weiter: "In den Kurven spritzte nämlich Wasser auf das Rad und so hatte ich keinen Grip mehr. Da auf den Geraden aber alles wieder o.k. war, konnte es kein platter Reifen sein. Also kam ich an die Box, um zu sehen, was es war." So geschehen nach drei Runden, in deren Verlauf Emanuele bis auf den letzten Platz des 23-Auto-Feldes zurückgereicht worden war. An der Box diagnostizierte man das Kühlerleck und stellte mit Erleichterung fest, daß der Motor trotz des entstandenen Wassermangels keinen Schaden genommen hatte. Ein Start im Rennen war also möglich.

Mit dem reparierten Auto mußte Emanuele Pirro nun vom letzten, soll heißen 23. Startplatz aus ins Rennen gehen. Schon beim Start konnte er ein paar Plätze gutmachen und sich im Verlauf der 22 Runden bis auf den 13. Rang vorarbeiten. Zwischenzeitlich hatte er sogar auf Platz 12 gelegen, doch zwei Runden vor Schluß ging Opel-Pilot Manuel Reuter (der ebenfalls von Problemen zurückgeworfen worden war) noch an ihm vorbei.

Emanuele Pirro und sein Renningenieur Patrice Cerda.

Gemessen an den gegebenen Umständen war Emanuele nach dem Rennen ganz zufrieden: "Als ich den Anschluß zu einer schnellen Gruppe gefunden hatte, war alles o.k. Meine Rundenzeiten zeigen, daß ich nicht soweit zurückliege, wie es den Anschein hat." In der Tat liegt Emanueles schnellste Rundenzeit von 1:45,349 nur drei Zehntelsekunden über der des Rennsiegers Johnny Cecotto im BMW 320i.
Der hatte sich übrigens mit einem fabelhaften Start an Sprint-Sieger Roland Asch vorbei in Führung gesetzt, die er im Laufe des Rennens nicht mehr abgegeben hat.

Bester Audi-Pilot war in Sprint und Rennen Christian Abt, der zweimal den achten Platz belegte.

Gregor Schulz

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