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Emanuele Pirro siegt - was für ein Wochenende

Zweibrücken, 10. August 1997

Emanuele Pirro siegt
Alle Audis in den Trainings-Top 10
5. nach dem Start zum Sprint
4. Startplatz verteidigt
Logenplatz im Meisterschaftsduell
Im letzten Renndrittel alles gegeben
Besserer Grip
Wieder Platz 5 im Gesamtklassement

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Gratulation - Emanuele

Am Nachmittag des 10. August sah man einen rundum glücklichen Emanuele Pirro, denn nach den Entbehrungen der Saison war dem Vorjahresmeister wieder ein Sieg gelungen. Wie es ist, ganz oben auf dem Siegerpodest zu stehen, hatte er schon fast vergessen.

  1997 Zweibrücken - mit bedeutendster STW Sieg  
  Photo Motorsport-Bild-Agentur

Was für ein Sieg
Freudentränen bei Audi

 

Besonders nach dem völlig verkorksten Wochenende auf dem Flugplatzkurs von Wunstorf hatte eigentlich niemand erwartet, hier eine gute Vorstellung des Audi-Teams zu erleben, doch dann lief alles so zusammen, daß es zu einem Triumph der Ingolstädter Marke und ganz besonders natürlich von Emanuele Pirro kam..

Während des Trainings auf dem Zweibrückener Flugplatzkurs, der von seiner Charakteristik her auch wenig erfolgversprechend für den schweren Quattro war, begann sich aber dann abzuzeichnen, daß hier mit Audi zu rechnen war, denn alle vier Werkswagen standen unter den besten 10. Emanuele war trotzdem nicht ganz zufrieden, denn er war von zwei seiner Teamkollegen geschlagen worden: Yvan Muller stand auf Platz 4 und Philipp Peter war 6., während sich Emanuele mit der 4. Reihe begnügen mußte, genau neben Tamara Vidali.

Neben der guten Ausgangsposition gaben auch die Zeiten Anlaß zur Hoffnung, denn nur 0,622 sec trennten Emanueles schnellste Runde von der Laurent Aiellos, die dem Peugeot-Piloten die Pole Position einbrachte.

Den Start zum Sprint gewann -bezogen auf die Audi- dann aber Emanuele, denn er reihte sich als 6. hinter den beiden Peugeot und drei BMW ein.

  1997 Zweibrücken - in Alufolie  
  Photo Motorsport-Bild-Agentur

Hitzeschild

 

Bis er den zweiten französischen Wagen mit van Ommen am Steuer überholte, dauerte es nur kurze Zeit, und auch am BMW von Christian Menzel kam Emannuele im Verlauf der 18 Runden währenden Sprints vorbei.

Den vierten Startplatz, den ihm die Plazierung im Sprint beschert hatte, behielt Emanuele auch nach dem Start zum Hauptrennen, auch wenn es für wenige 100 Meter anders aussah: Emanuele Pirro war nach dem Schalten der Startampel auf Grün an Aiello vorbeigegangen. Doch auf der Geraden konterte der Franzose, und Emanuele reihte sich hinter dem gelben Wagen ein. Im Verlauf der ersten Rennhälfte änderte sich daran nichts, was auch heißen soll, daß der Römer nicht nur in Sichtweite des Führungstrios fuhr, sondern auch nicht, wie in dieser Saison leider schon mehrmals gesehen, nach einem fulminanten Start immer weiter zurückgereicht wurde.

Den Kampf um die Spitze, in dem es ja besonders um die Meisterschaft ging, konnte sich Emanuele aus nächster Nähe ansehen, denn das Trio aus den beiden Titelaspiranten Aiello und Winkelhock sowie Cecotto im zweiten Bigazzi-BMW tobte direkt vor seiner Motorhaube.

In dieser Situation bewies Emanuele Pirro Ruhe und spielte seine ganze Erfahrung aus: "Ich hielt etwas Abstand und schonte meine Reifen, damit sie noch gut waren, als die der anderen abzubauen begannen", erklärte er später.

Bei den hohen Temperaturen (über 30oC), die in Zweibrücken herrschten, wurden die schwarzen Gummis ohnehin genug beansprucht.

Die Reifen von Joachim Winkelhock gaben durch die harte Fahrweise als erstes nach und Emanuele konnte ihn relativ einfach in der ersten Linkskurve nach Start-und-Ziel kassieren. Der BMW-Fahrer bremste zu spät, so daß sich eine Lücke auftat, und Emanuele innen vorbei ging.

  1997 Zweibrücken - auf dem Weg zum Sieg  
  Photo Motorsport-Bild-Agentur

Rainer Braun: "Pirro fährt mit viel Fingerspitzengefühl"

 

Das Überholen von Laurent Aiello erwies sich da schon schwieriger, denn der wurde vom Römer nach bester Art und Weise ausgebremst. Der Ort: die letzte Kurve vor der Start-und-Ziel-Geraden, die im Gegensatz zum letzten Jahr etwas umgebaut wurde. Aus einer 90°-Linkskurve, die im zweiten Gang gefahren worden war, war eine engere geworden, die mit einem leichten Rechtsbogen eingeleitet wurde und im ersten Gang genommen werden mußte.

Der bessere Grip, den die Dunlop-Reifen im Vergleich zu den Michelin der BMW und Peugeot auch gegen Rennende noch boten, brachte Emanuele an der gleichen Stelle auch am bis dahin führenden Johnny Cecotto vorbei.

Damit führte erstmals in dieser Saison ein Audi im Supertourenwagen-Cup und glücklicherweise stellte das Auto seine Zuverlässigkeit unter Beweis und hielt bis zum Ende durch.

Nach 41:33,419 Minuten beendete Emanuele Pirro die 36 Runden und konnte den ersten Siegerpokal 1997 in Empfang nehmen.

Die somit eingefahrenen Punkte brachten ihn in der Gesamtwertung wieder auf Platz 5, der nach Wunstorf an Uwe Alzen gegangen war. Außerdem liegt der Meisterschaftsvierte, Jörg van Ommen, in Reichweite.

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