Während
des Trainings auf dem Zweibrückener
Flugplatzkurs, der von seiner Charakteristik her
auch wenig erfolgversprechend für den schweren
Quattro war, begann sich aber dann abzuzeichnen,
daß hier mit Audi zu rechnen war, denn alle vier
Werkswagen standen unter den besten 10. Emanuele
war trotzdem nicht ganz zufrieden, denn er war
von zwei seiner Teamkollegen geschlagen worden:
Yvan Muller stand auf Platz 4 und Philipp Peter
war 6., während sich Emanuele mit der 4. Reihe
begnügen mußte, genau neben Tamara Vidali.
Neben
der guten Ausgangsposition gaben auch die Zeiten
Anlaß zur Hoffnung, denn nur 0,622 sec trennten
Emanueles schnellste Runde von der Laurent
Aiellos, die dem Peugeot-Piloten die Pole
Position einbrachte.
Den
Start zum Sprint gewann -bezogen auf die Audi-
dann aber Emanuele, denn er reihte sich als 6.
hinter den beiden Peugeot und drei BMW ein.
Bis er den zweiten französischen
Wagen mit van Ommen am Steuer überholte, dauerte
es nur kurze Zeit, und auch am BMW von Christian
Menzel kam Emannuele im Verlauf der 18 Runden
währenden Sprints vorbei.
Den
vierten Startplatz, den ihm die Plazierung im
Sprint beschert hatte, behielt Emanuele auch nach
dem Start zum Hauptrennen, auch wenn es für
wenige 100 Meter anders aussah: Emanuele Pirro
war nach dem Schalten der Startampel auf Grün an
Aiello vorbeigegangen. Doch auf der Geraden
konterte der Franzose, und Emanuele reihte sich
hinter dem gelben Wagen ein. Im Verlauf der
ersten Rennhälfte änderte sich daran nichts,
was auch heißen soll, daß der Römer nicht nur
in Sichtweite des Führungstrios fuhr, sondern
auch nicht, wie in dieser Saison leider schon
mehrmals gesehen, nach einem fulminanten Start
immer weiter zurückgereicht wurde.
Den
Kampf um die Spitze, in dem es ja besonders um
die Meisterschaft ging, konnte sich Emanuele aus
nächster Nähe ansehen, denn das Trio aus den
beiden Titelaspiranten Aiello und Winkelhock
sowie Cecotto im zweiten Bigazzi-BMW tobte direkt
vor seiner Motorhaube.
In
dieser Situation bewies Emanuele Pirro Ruhe und
spielte seine ganze Erfahrung aus: "Ich
hielt etwas Abstand und schonte meine Reifen,
damit sie noch gut waren, als die der anderen
abzubauen begannen", erklärte er später.
Bei
den hohen Temperaturen (über 30oC), die in
Zweibrücken herrschten, wurden die schwarzen
Gummis ohnehin genug beansprucht.
Die
Reifen von Joachim Winkelhock gaben durch die
harte Fahrweise als erstes nach und Emanuele
konnte ihn relativ einfach in der ersten
Linkskurve nach Start-und-Ziel kassieren. Der
BMW-Fahrer bremste zu spät, so daß sich eine
Lücke auftat, und Emanuele innen vorbei ging.
Das Überholen von Laurent Aiello
erwies sich da schon schwieriger, denn der wurde
vom Römer nach bester Art und Weise ausgebremst.
Der Ort: die letzte Kurve vor der
Start-und-Ziel-Geraden, die im Gegensatz zum
letzten Jahr etwas umgebaut wurde. Aus einer
90°-Linkskurve, die im zweiten Gang gefahren
worden war, war eine engere geworden, die mit
einem leichten Rechtsbogen eingeleitet wurde und
im ersten Gang genommen werden mußte.
Der
bessere Grip, den die Dunlop-Reifen im Vergleich
zu den Michelin der BMW und Peugeot auch gegen
Rennende noch boten, brachte Emanuele an der
gleichen Stelle auch am bis dahin führenden
Johnny Cecotto vorbei.
Damit
führte erstmals in dieser Saison ein Audi im
Supertourenwagen-Cup und glücklicherweise
stellte das Auto seine Zuverlässigkeit unter
Beweis und hielt bis zum Ende durch.
Nach
41:33,419 Minuten beendete Emanuele Pirro die 36
Runden und konnte den ersten Siegerpokal 1997 in
Empfang nehmen.
Die
somit eingefahrenen Punkte brachten ihn in der
Gesamtwertung wieder auf Platz 5, der nach
Wunstorf an Uwe Alzen gegangen war. Außerdem
liegt der Meisterschaftsvierte, Jörg van Ommen,
in Reichweite.
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