Return, Menue  PS Gefluester

Laurent Aiello
löst Emanuele Pirro als STW-Champion ab

Nürburgring, 5. Oktober 1997

Auf und Ab im Training
Die Reifen: Wie immer
Kleiner Schubser
Welcher Platz ?
Was ein gefälliger Saisonabschluß hätte werden sollen, wurde für Emanuele Pirro zur finalen Enttäuschung eines Jahres, das man getrost vergessen kann.
Schon im ersten freien Training fing es an: Zu den Problemen mit den Dunlop-Pneus, an die man sich schon längst gewöhnt hatte, kamen Schwierigkeiten mit dem Getriebe. Die Folge war ein 16. Platz (1:10,636 min), 1,2 Sekunden hinter Laurent Aiello, der mit der schnellsten Zeit seinen Anspruch auf die Nachfolge Emanuele Pirros als Champion eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Am Samstagmorgen im zweiten freien Training dann ein Lichtblick, denn Emanuele fuhr mit dem Audi A4 Supertouring die sechstschnellste Zeit (1:10,008 min) und war damit nur die Winzigkeit von 63 Tausendsteln langsamer als Teamkollege Yvan Muller auf dem A4 Frontantrieb mit Michelin-Reifen.

Doch was am Morgen noch so vielversprechend gewesen war, enttäuschte restlos, als es darauf ankam: Die Qualifying-Reifen, mit denen er so schnell gewesen war, erwiesen sich plötzlich als unbrauchbar, und so mußte Emanuele seine schnellste Runde auf Rennreifen drehen. Heraus kam eine Zeit (1:10,197 min), die natürlich nicht den gesteckten Erwartungen entsprach und mit sichtbarer Enttäuschung von Emanuele zur Kenntnis genommen wurde.
Laurent Aiello auf der Pole-Position war mit 1:09,446 min zwar nur sieben Zehntel schneller, doch was will man schon ausrichten, wenn man von so weit hinten starten muß ?
Beim Start zum Sprint konnte Emanuele nicht, wie zu Beginn dieser Saison üblich, Plätze gutmachen, denn damals hatte er außer seinem Talent für gute Starts auch noch den Traktionsvorteil des Quattro auf seiner Seite.
In einer der ersten Runden kam es zu einer kleinen Berührung zwischen Emanuele und dem vor ihm fahrenden Nissan Primera von Roland Asch. Im Castrol-S fuhr der Italiener dem Schwaben ins Heck.
Als Emanuele, der sich solcherlei Vorfälle immer besonders zu Herzen nimmt, später zu Asch ging, um sich zu entschuldigen, sprach der ihn von jeder Schuld frei, denn er war selbst in Bedrängnis geraten und mußte härter auf die Bremse.

Gegen Ende des Sprints ließ Emanuele wegen seines schlecht laufenden Autos noch Philipp Peter im Quattro vorbei und wurde selbst 13., mit einer halben Minute Rückstand auf den Peugeot von Aiello, der mit seinem Sieg seinen Vorsprung auf den zweiten Titelanwärter Jockel Winkelhock noch vergrößerte. Der Franzose machte auch im Rennen alles klar, siegte und wurde STW-Cup-Sieger 1997, Nachfolger von Emanuele Pirro.

Und was geschah mit dem Vorjahreschampion ? Der war so frustriert über das Herumfahren im Mittelfeld, daß er sich eine gute Stunde nach Rennende noch nicht nach seinem Ergebnis erkundigt hatte.
Antwort: Er war Zehnter, hatte allerdings von Ausfällen profitiert.
Sichtlich erleichtert, das Rennen und die Saison endlich hinter sich gebracht zu haben, war Emanuele aber natürlich darüber enttäuscht, sein angestrebtes Saisonziel - Fünfter in der Meisterschaft - nicht erreicht zu haben. 357 Zähler brachten ihm nur den sechsten Rang ein, mit 13 Punkten Rückstand auf Uwe Alzen.
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