Auf eigenem Öl in die Schikanenbegrenzung Wunstorf, 13. Juli 1997 Mit letzter Kraft zurück zur Box Schlimmer hätte es an diesem Wochenende für Emanuele Pirro kaum kommen können: Nach dem nicht gerade berauschenden Trainingsergebnis endeten Sprint und Rennen für ihn in einer einzigen Katastrophe.
Der Sprint entschied sich für den Italiener nach nur wenigen Sekunden, denn schon in der ersten Kurve nach dem Start kam es zu einer unsanften Berührung mit seinem wenige Plätze vor ihm gestarteten Teamkollegen Yvan Muller. Der Franzose war wegen des Gedränges im Mittelfeld etwas übers Gras gefahren, und als er wieder zurück auf die Strecke kam, schubste er Emanuele etwas an. Damit nicht genug, denn der drehte sich und erwischte seinerseits den frontgetriebenen Audi Mullers. Ergebnis dieses teaminternen (und ungewollten) Schlagabtauschs: Zwei havarierte Audis, die sich langsam um den Kurs an die Box schleppten.
Dort angekommen, begannen sofort die Reparaturarbeiten. Emanuele blieb zuerst im Auto sitzen, in der Hoffnung, doch noch einmal auf die Strecke zu können. Dabei wurde er mit einem Ventilator etwas abgekühlt, denn das ganze Wochenende über herrschten Temperaturen von knapp 30° C, die sich im Auto mehr als verdoppelten. Als klar wurde, daß an eine Weiterfahrt nicht zu denken war, stieg Emanuele aus dem Auto und hielt mit dem Team ein wenig Rücksprache in Bezug auf das Rennen. Das mußte er dann von ganz hinten (Platz 27) in Angriff nehmen und startete eine Aufholjagd durch das Feld.
Zur Rennhalbzeit lag er auf Platz 14, als unmittelbar vor einer der künstlichen Schikanen Rauch aus dem Auto stieg, und er geradeaus durch die Kunststoffbarriere fuhr. Was war passiert? Der Flansch, mit dem der Ölfilter am Motorblock befestigt ist, war gerissen und durch diesen Riß war Öl ausgetreten, das sich über die Vorderräder verteilt hat. Also stieg Emanuele aus seinem unfahrbar gewordenen Auto und machte sich zu Fuß zurück zur Box.
Sowohl der Sprint als auch das Rennen wurden gewonnen von Laurent Aiello, der der Konkurrenz auf und davon fuhr. Überraschend gut waren die Opel: Als bester Opel-Fahrer wurde Uwe Alzen 3. im Sprint und 2. im Rennen. |